Wenn eine Photovoltaikanlage mit defekten Solarmodulen betrieben wird, kann das teuer werden. Hier ist eine zusammenfassende Übersicht der häufigsten Fehler und Defekte, kurz beschrieben:
Hotspots (Einzelzellen): Lokalisierte, extreme Temperaturanstiege an einer einzelnen Zelle. Sie werden häufig durch interne Kurzschlüsse, Produktionsfehler oder Zellschäden verursacht.
Mikrorisse (Cell Cracks): Kleine Risse im Silizium, verursacht durch Transport, Installation oder Hagel. Sie führen zu erhöhtem elektrischen Widerstand und zeigen sich als unregelmäßige, warme Muster entlang der Bruchlinien.
PID (Potential Induced Degradation): Spannungsbedingte Degradation, die sich meist als charakteristisches, schachbrettartiges Muster erwärmter Zellen entlang der Modulränder zeigt (am stärksten nahe dem geerdeten Rahmen).
Defekte Bypass-Diode: Fällt eine Bypass-Diode im Anschlusskasten aus, wird der Stromfluss blockiert. Dadurch erwärmt sich genau ein Drittel oder zwei Drittel des Panels in einem exakt geraden, rechteckigen Block.
Totalausfall des Moduls (Open Circuit): Das gesamte Solarpanel erscheint gleichmäßig wärmer als die Nachbarpanele. Dies zeigt an, dass das Panel vollständig unterbrochen ist und keinen Strom produziert.
Delamination: Ablösung der Schutzschichten im Panel. Dadurch kann Feuchtigkeit eindringen, was ungleichmäßige Wärmezonen und im Laufe der Zeit Korrosion verursacht.
Strangausfall (String Outage): Ein ganzer Strang von Panelen erscheint wärmer als die übrigen Stränge. Ursache ist meist ein defekter Wechselrichter, eine durchgebrannte Sicherung im Combiner-Box oder ein Kabelbruch.
Überhitzte Steckverbinder (MC4-Steckverbinder): Lose, korrodierte oder schlecht montierte Steckverbindungen erzeugen einen hohen Widerstand und leuchten im Wärmebild als scharfe, weiße Punkte auf.
Verpolung: Strangverbindungen, die bei der Installation falsch herum angeschlossen wurden, was zu abnormalen Erwärmungsmustern auf Strangebene führt.